HR Beitrag vom 14.05.2018

Zu hohe Kosten, zu geringe Vergütung – Physiotherapeuten vor dem Aus

HR Fernsehen: defacto|

Physiotherapeut Heiko Schneider behandelt seit Jahren Patienten im Frankfurter Nordend. Er liebt seinen Beruf, aber ob er ihn in Zukunft noch ausüben kann,  ist unklar. Denn seine Praxis steht jetzt vor der Insolvenz. 2200 Euro brutto verdienen angestellte Physiotherapeuten im Bundesdurchschnitt. „Viel zu wenig“, kritisiert er. Gerade in einer Stadt wie Frankfurt mit hohen Mieten reiche das nicht aus. Der Physiotherapeut hat 2100 Euro Fixkosten pro Monat.

„defacto“ erzählt er, er habe ein Pensum von 12 Stunden pro Tag. Seit 5 Jahren habe er keinen Urlaub mehr gemacht. Physiotherapeuten vor dem Aus – nur ein Problem in den Großstädten? „defacto“ hat ebenfalls auf dem Land nachgefragt und in Laubach, im Vogelsbergkreis, den Physiotherapeuten Panagiotis Tzallas getroffen. Auch er kennt das Problem, selbst wenn die Mieten hier nicht so hoch sind, sei der finanzielle Druck groß. „Wir sind am Limit, wir müssen mehr arbeiten, um die Kosten zu decken, weil die Vergütung schlecht ist, um wirtschaftlich zu sein. Das kann so nicht weitergehen.“ Die aktuelle Situation der Physiotherapeuten ist so prekär, dass Heiko Schneider zusammen mit anderen Kollegen aus ganz Deutschland einen Brandbrief an den Bundesgesundheitsminister geschickt hat.

Quelle:

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/defacto/sendungen/defacto—wuerden-die-hessen-aufs-eigene-auto-verzichten,sendung-33102.html