Stellungnahme zum Verhalten der AOK Sachsen-Anhalt

Krankenkassen als Körperschaften öffentlichen Rechts nehmen hoheitliche Aufgaben war. Sie sollen die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Wir sehen jedoch eine deutliche Entwicklung dahingehend, dass Kassen sich selbst eher als Wirtschaftsunternehmen wahrnehmen und versuchen Gewinnmaximierung zu betreiben.

An eine Körperschaft öffentlichen Rechts können gewisse Erwartungen geknüpft werden, wie sie formell ihren Aufgaben nachkommt. Seriösität und Verlässlichkeit im Umgang mit den Vertragspartnern, die als Leistungserbringer den entscheidenden Beitrag zur Sicherstellung des Auftrags der Krankenkassen leisten, sind elementare Voraussetzungen um in einem solidarisch finanziertem System der Gesundheitsversorgung zusammen zu arbeiten.

In letzter Zeit gab es viele Situationen, die dazu geführt haben, dass wir uns fragen mussten, ob manche Krankenkassen sich ihres hoheitlichen Auftrags überhaupt noch bewusst sind. Das Verhalten der AOK Sachsen-Anhalt zeigt uns deutlich, dass hier ein Weg eingeschlagen wird, der mit den Erwartungen an eine Körperschaft öffentlichen Rechts nicht vereinbar ist.

Drei Minuten vor Ablauf einer Frist einen gemeinsam ausgehandelten Kompromiss auszuschlagen und sich selbst in einer fragwürdigen Pressemitteilung als Opfer zu präsentieren, kann nicht als Maßstab für verlässliches, partnerschaftliches Handeln gelten.

Gerade vor dem Hintergrund der weit über 1000 Briefe die uns bisher erreicht haben und die die prekäre Lage der Therapeutinnen und Therapeuten eindrücklich schildern, sind wir entsetzt darüber, welche Signale die AOK mit ihrem Verhalten sendet und wie abfällig hier über Vertragspartner kommuniziert wird.

Wir sind der Überzeugung, dass hier Grenzen überschritten wurden, die ein Umdenken auf Seiten der Therapeuten erfordern. Es ist Zeit die Dinge, die in der Zusammenarbeit mit Krankenkassen nicht funktionieren, offen anzusprechen und auch Politik und Aufsichtsbehörden verstärkt mit diesen Problemen zu befassen. Gerne nehmen wir diese Herausforderung an.