Wie es dazu kam

 

Im Folgenden möchte ich Euch mit auf den Weg meiner bisherigen Reise nehmen und mit Euch da starten, wo alles seinen Anfang nahm:

„Wie es dazu kam – Der Brandbrief“

Die letzten Jahre wurden immer härter, die finanzielle Not immer größer und der Fachkräftemangel immer erdrückender. Das Arbeitspensum, das schon immer hoch war, hatte ein unerträgliches Maß überschritten. Körperliche und psychische Grenzen zu überschreiten gehört zum Alltag:

Zusätzlich zur Arbeitsbelastung die täglichen Konflikte, wie falsch ausgestellte Rezepte und anderer bürokratischer Wahnsinn, Telefonate mit Ärzten, die manchmal mit – aber oft ohne -Erfolg sind, die Sorgen unserer Patienten. Aber auch die Sorgen und Nöte von Angestellten, insbesondere wegen des geringen Gehaltsniveaus, sind ständig im Hinterkopf und hinterlassen ein schlechtes Gefühl. Aber mehr geht einfach nicht mehr.

Und dann war da dieser eine Tag und der Fall einer Patientin, die wie so viele nicht bekam was ihr zusteht. Das hat das Fass zum überlaufen gebracht. Ich hatte nur noch das Bedürfnis es raus zu lassen, ja raus zu schreien.

So ist der Brandbrief entstanden.

„Wie es dazu kam – Die Tour“

Nach Veröffentlichung ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten.

Mir schrieben Kollegen was sie bedrückt oder wollten einfach nur Danke sagen:

„Das muss gesagt werden. Nicht einmal! Immer wieder! Ganz herzlichen Dank für diese Klageschrift. Ihr Brief trifft so unglaublich ins Schwarze. Wirklich toll!“

(aus einem Post zum Brandbrief)

Immer mehr Briefe kamen und ich richtete therapeuten-am-limit@gmx.de ein, um die Zuschriften zu sammeln.

Bei meinem Lauftraining ließ mich dann ein Gedanke nicht mehr los:

„Wie bringe ich das an die Öffentlichkeit?“

Diese vielen Schicksale und Schilderungen haben mich sehr bewegt. Jeden Abend las ich Briefe und der Gedanke kam auf diese persönlich nach Berlin zu bringen. Sie müssen von verantwortlichen Personen gelesen werden, die auch in der Position sind etwas zu ändern, denn es betrifft so viele von uns. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden…

Aber wie nun die Briefe nach Berlin bringen? Per Bahn, das kann ich mir aktuell nicht leisten und die Praxis schließen für die Zeit geht auch nicht. Das ging mir ständig durch den Kopf.

Die Idee

Meine Gedanken kreisten immer wieder ums Laufen .. „per pedis nach Berlin“. Ich bin körperlich fit, habe zwei gesunde Beine, aber mit Laufen ist die Stecke doch zu lang.

Das Telefonat

Als ich wegen des Brandbriefes mit Kollege Jens telefonierte, erzählte ich ihm von der Idee und dass es mich so sauer macht und ich die Briefe am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach Berlin bringen würde. Aber wie soll das funktionieren.

Plötzlich unterbrach er das Gespräch und sagte, dass er sich wieder meldet.

Die SMS

Eine halbe Stunde später kam die Nachricht per SMS: „Ich besorge Sponsoren, wann fährst du los?“

Meine Gefühle in dem Moment sind kaum zu beschreiben. Am liebsten wäre ich sofort losgefahren.

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