Mehr Versorgungsverantwortung – aber eher homöopathisch! +++ Stellungnahme zum Austauschänderungsantrag +++

Mehr Versorgungsverantwortung – aber bloß nicht für alles, nur unter Aufsicht der KBV, mit eingeschränkter Gültigkeitsdauer, nicht vor Ende 2020, nur nach Vorgaben des G-BA, unter Berücksichtigung von Richtwerten und mit alleiniger Wirtschaftlichkeitsverantwortung.

Der Grundgedanke für die geplanten Änderungen innerhalb des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) war die Heilmittelversorgung zu stärken und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dazu wurde das Ziel genannt, die Heilmittelerbringer mit mehr Verantwortung für die Versorgung auszustatten.

Der vorliegende Austauschänderungsantrag zum TSVG für den Bereich der Heilmittel zeigt in erschreckender Deutlichkeit, wie durch die Einflussnahme von Interessengruppen ein vielleicht gut gemeinter Ansatz ins Gegenteil verkehrt werden kann.

Er zementiert den Status der reinen Hilfsberufe und die Zertifikatspositionen in der Physiotherapie, schafft Wettbewerbsprobleme für die freie ambulante Versorgung, schafft Verunsicherung bezüglich einer möglichen Wirtschaftlichkeitsprüfung, untergräbt demokratische Grundprinzipien bei der Interessensvertretung, benachteiligt Bundesländer mit hoher Preisentwicklung in der Honorarfrage und nutzt nicht annähernd das Potential einer Evaluierung der neuen Versorgungsform.

Dadurch geraten die positiven Aspekte wie die Entbindung von der Grundlohnsumme, die Vereinheitlichung der Preise und ein möglicher Bürokratieabbau aus dem Blick.

Die größere Verantwortung für die Versorgung spiegelt sich in dem vorliegenden Änderungsantrag höchstens bei der alleinigen Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit wieder. Ansonsten wird eingeschränkt, limitiert, gekürzt und vorverhandelt.

Wir warnen eindringlich davor die kritisierten Punkte ohne Nachbesserung umzusetzen. Die Auswirkungen auf die ambulante Heilmittelversorgung wären nicht absehbar und das Signal an die Berufsangehörigen fatal.

Hier geht´s zur detaillierten Stellungnahme

Stellungnahme zum Austauschänderungsantrag 1 der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zum Entwurf eines Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG) BT-Drs. 19/6337


Hier geht´s zur Stellungnahme, die wir aufgrund einer Anfrage von Dr. Roy Kühne erstellt haben:

Stellungnahme zum Austauschänderungsantrag 1 (PDF)


#JetztPolitikerAnsprechen #TherapeutenAmLimit #TSVG

1+

Eilmeldung zu versorgungsrelevanten Zahlen GKV-HIS 3/2018 veröffentlicht

Zwischen 2014 und 2017 ist die Zahl der GKV Versicherten um ca. 1,9 Millionen Personen angestiegen.

Vor diesem Hintergrund ist die relevante Kennzahl für die Versorgung die Anzahl der Behandlungseinheiten pro 1000 Versicherten.

Seit 2014 ist diese im Vergleich des 3. Quartals rückläufig. 2018 hat sich der Trend verstärkt:

2014: 3212
2015: 3210
2016: 3203
2017: 3189
2018: 3106

=> die Versorgung mit Heilmitteln liegt aktuell deutlich unter dem Niveau von 2014.


Datenquelle:

https://www.gkv-heilmittel.de/media/dokumente/his_statistiken/2018_03/Bundesbericht-HIS_201803.pdf


#TherapeutenAmLimit #PatientenAmLimit #JetztPolitikerAnsprechen

0

Aktion – Ausbildung am Limit

Während alle Welt auf die Debatte um das TSVG schaut und die Schulgeldfreiheit schon fast als Fakt in den Köpfen verankert ist, brennt es in der fachschulischen Ausbildung lichterloh.

Bayern hatte vollmundig seine Vorreiterrolle propagiert. Die jetzt angebotene Finanzierung führt die Schulträger jedoch geradewegs in die Insolvenz.
In anderen Ländern werden teils sehr unterschiedliche Finanzierungsmodelle umgesetzt, teilweise werden einige Berufsgruppen wie Podologen, Diätassistenten oder Atem,- Sprech- und Stimmlehrer von der Finanzierung ausgeschlossen. In NRW werden auf Antrag 70% des Schulgeldes erstattet, allerdings ohne Rechtsanspruch, sodass bei schlechter Haushaltslage die Förderung wegfallen könnte. Planungssicherheit ist somit weder für Schüler, deren Eltern oder Schulträger gegeben. Ein Umstand der sich teilweise schon in den Ausbildungsverträgen widerspiegelt.

In anderen Ländern werden teils sehr unterschiedliche Finanzierungsmodelle umgesetzt, teilweise werden einige Berufsgruppen wie Podologen, Diätassistenten oder Atem,- Sprech- und Stimmlehrer von der Finanzierung ausgeschlossen. In NRW werden auf Antrag 70% des Schulgeldes erstattet, allerdings ohne Rechtsanspruch, sodass bei schlechter Haushaltslage die Förderung wegfallen könnte. Planungssicherheit ist somit weder für Schüler, deren Eltern oder Schulträger gegeben. Ein Umstand der sich teilweise schon in den Ausbildungsverträgen widerspiegelt.

Die Auswirkungen dieses Desasters sind nicht mehr überschaubar, erste Meldungen aus Niedersachsen sprechen davon, dass zukünftig nur noch 25% des aktuellen Ausbildungsvolumens erhalten bleiben könnten.

Es brennt und wir haben keinen Überblick mehr wo überall und wie groß die Feuer sind.

Deshalb brauchen wir Eure Unterstützung.

Dieser Aufruf richtet sich an alle Schulträger, Schulleiter, Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern:

Schreibt uns über Eure aktuelle Situation, nennt uns konkrete Beispiele und Zahlen. Wie erlebt Ihr momentan die Situation und welche Konsequenzen leitet Ihr daraus ab?

Nennt uns bitte die Schule, den Fachbereich und das Bundesland.

(Anmerkung: Die Daten der Schulen werden nicht veröffentlicht, sondern genutzt, um gezielt Politiker anzusprechen.)

Schreibt bitte an:

Schulen@Therapeuten-am-Limit.de

Vielen Dank für Eure Unterstützung!


#AusbildungAmLimit #TherapeutenWerdenLauter #JetztPolitikerAnsprechen #TherapeutenAmLimit #PatientenAmLimit

0

Einladung zur Pressekonferenz: Auswertung der Brandbriefe der Bewegung „Therapeuten am Limit“

Am Donnerstag, dem 21.02.2019, stellen Prof. Dr. Heidi Höppner und Dr. Eva-Maria Beck ab 14 Uhr in der Alice Salomon Hochschule Berlin ihre Auswertung der ca. 1000 Brandbriefe der Aktion „Therapeuten am Limit“ vor. Die beiden Wissenschaftlerinnen haben die Brandbriefe der Heilmittelerbringer_innen in einer qualitativen sozialwissenschaftlichen Studie analysiert und leiten daraus einen problematischen Stand der therapeutischen Gesundheitsversorgung in Deutschland ab.

Bild: Prof. Dr. Heidi Höppner (links) und Dr. Eva-Maria Beck (rechts) Quelle: ASH

Die Brandbriefe aus dem gesamten Bundesgebiet sind im Zuge der Aktion „Therapeuten am Limit“ entstanden, die durch Heiko Schneider und seinen Brandbrief der ersten Stunde an das Bundesgesundheitsministerium im März 2018 initiiert wurde. Aus der Protestaktion ist im Laufe des Jahres 2018 eine deutschlandweite Bewegung geworden.

Die Briefe zeigen Missstände in der Heilmittelbranche auf, die zu einer prekären Situation der Heilmittelerbringenden führen, sodass bereits jetzt die angemessene Patientenversorgung in Deutschland gefährdet ist. Die Perspektive der Therapeut_innen, die in den Brandbriefen zum Ausdruck kommt, zeigt verschiedene Gründe für die Berufsflucht auf und macht die starken Ängste der Betroffenen vor Altersarmut deutlich. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels in Deutschland erscheint es paradox, dass die Heilmittelbranche eine Prekarisierung statt des eigentlich notwendigen Wachstums erfährt.

Podiumsgäste der Pressekonferenz:
Prof. Dr. Heidi Höppner (Alice Salomon Hochschule)
Dr. Eva-Maria Beck (Alice Salomon Hochschule)
Heiko Schneider Physiotherapeut (B.A.) (Therapeuten am Limit)
Volker Brünger Gesundheitsökonom (B.A.), Physiotherapeut (Therapeuten am Limit)

Die Pressekonferenz findet am 21.02.2019 von 14 – 16 Uhr statt.

Um eine Anmeldung wird gebeten unter michael.schiewack@therapeuten-am-limit.de.

Veranstaltungsort:
Alice Salomon Hochschule Berlin

Raum 338

Alice-Salomon-Platz 5

12627 Berlin
www.ash-berlin.eu

Kontakt:
Michael Schiewack

Pressesprecher „Therapeuten am Limit“

Tel.: + 49 (0)3 578 78 76 87
Michael.Schiewack@therapeuten-am-limit.de

Alice Salomon Hochschule Berlin
Referat Hochschulkommunikation
Ina Friebe
Tel.: +49 (0)30 99 245-335
friebe@ash-berlin.eu

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Zur Forschung von Prof. Dr. Heidi Höppner und Dr. Eva Maria Beck an der ASH Berlin

Erster Zwischenstand der Analyse der Brandbriefe

Aktion Therapeuten am Limit

Über die Alice Salomon Hochschule Berlin
Die Alice Salomon Hochschule Berlin bietet Bachelor- sowie Masterstudiengänge für Soziale Arbeit, den Gesundheitsbereich sowie Erziehung und Bildung im Kindesalter (SAGE) an. Derzeit studieren circa 3.700 Studierende an Deutschlands größter staatlicher SAGE-Hochschule mit Sitz in Berlin-Hellersdorf.

Bildquelle: https://www.ash-berlin.eu/fileadmin/Daten/Einrichtungen/Pressestelle/Newsroom/Bildarchiv/ASH_Campus.jpg

0