Absetzungen von Honoraren der Gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Heilmittelversorgung

Onlinebefragung vom 01.11. bis 06.11.2019

Vorbemerkung

Die Prüfung von ärztlichen Verordnungen, deren teils mehrfache Korrektur und die dazugehörende Kommunikation mit Patienten, Angehörigen, Pflegekräften und Arztpraxen stellen neben dem Inkasso von Zuzahlungen einen erheblichen Aufwand für TherapeutInnen dar. Die Brandbriefe der Kolleginnen und Kollegen beschrieben häufig die daraus resultierenden Belastungen im Praxisalltag. Diese Rahmenbedingungen führen zusammen mit der komplexen Systematik der Heilmittelrichtlinie dazu, dass Fehler übersehen werden, welche dann vielfach zu Absetzungen seitens der Krankenkassen oder deren beauftragter Abrechnungsdienstleister führen.

Das Thema Absetzungen wurde aktuell teilweise sehr emotional diskutiert. Als ein Auslöser muss das Vorgehen der IKK Classic angesehen werden, die eine erneute Prüfung von Abrechnungen aus dem Bereich der Physiotherapie mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg durchgeführt hatte, die teilweise vier Jahre zurückreichte. Der Pressesprecher der IKK bezifferte das Absetzungsvolumen mit ca. 4 Millionen Euro und knapp 46.000 Verordnungen.

Wir haben immer wieder auf die Arbeitsbedingungen in den Therapieberufen hingewiesen. Die wissenschaftliche Auswertung der Brandbriefe durch Prof. Dr. Höppner und Dr. Beck belegte zusätzlich wie wichtig spürbare Verbesserungen für die TherapeutInnen sind und auch Minister Spahn wies mehrfach darauf hin, dass die Proteste berechtigt waren.

Schon 2015 hat der Gesetzgeber im Rahmen des GKV- Versorgungsstärkungsgesetz seinen Willen bekundet „Formale Fehler bei der Ausstellung der Heilmittelverordnung und der Retaxationen gegenüber Leistungserbringern von Heilmitteln vermeiden zu wollen“ (Deutscher Bundestag, 2015, Drucksache 18/4095, Seite 4). Zu diesem Zweck sollte die Verwendung von zertifizierter Software für Ärzte verpflichtend sein.

Mit unserer aktuellen Online-Befragung gingen wir der Frage nach, in wie weit die angestrebten Verbesserungen erreicht werden konnten. An der Befragung, die vom 1. bis 6.11.2019 durchgeführt wurde nahmen insgesamt 1174 Therapeutinnen und Therapeuten teil.

Zum PDF-Download der gesamten Umfrageergebnisse geht es hier:

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