Aktion: Kompetenz-Hilfsfonds für das Bundesgesundheitsministerium

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Heilmittelpraxen haben, aufgrund der Corona-Pandemie, einen nicht unerheblichen Mehraufwand für notwendige zusätzliche Hygienemaßnahmen zu leisten. Dafür zahlen die Krankenkassen auf Weisung des Bundesgesundheitsministeriums im Zeitraum vom 5. Mai bis zum 30. September auf Antrag eine sogenannte Hygienepauschale aus.

Je Verordnung beträgt diese Hygienepauschale 1,50 €. Bei der typischen Verordnungsmenge in der Logopädie und Ergotherapie von 10 Einheiten je Verordnung sind das 15 Cent – für eine Therapieeinheit. In der Physiotherapie sind das bei 6 Einheiten 25 Cent und bei einer Lymphdrainage mit 24 Einheiten sage und schreibe 0,063 Euro.

Seit dem Ausbruch von Corona werden für eine durchschnittliche Therapie in einer therapeutischen Praxis mindestens benötigt:

  • ein Mund-Nasen-Schutz,
  • ein Paar Handschuhe und
  • 20 ml Flächendesinfektionsmittel.
  • Dazu mehr Handtücher, mehr Seife, mehr Wasser…
  • und vor allem: mehr Zeit, um zu lüften und zu desinfizieren.

Auf den Punkt gebracht:

Fabiana Pacifico-Wischnewski, Logopädin und Initiatorin der Aktion „Kompetenzhilfsfond“

DAS ist dem BMG der Schutz vor Corona also wert!

Allein die Materialkosten betragen mindestens 2,50 €. Den Rest übernehmen die Therapiepraxen, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern.

Gerne spenden wir den Gegenwert dieser Hygienepauschale und haben deshalb einen Kompetenz- Hilfsfonds für das BMG eingerichtet – denn dort weiß man scheinbar nicht, wieviel der Mehraufwand tatsächlich kostet.

Unsere Spenden gehen am Ende natürlich nicht an das BMG, sondern an eine Institution, die weitgehend Spenden finanziert ist und derzeit Geld für zusätzliche Hygienemaßnahmen ganz besonders dringend benötigt: an den Bundesverband Kinderhospiz. https://www.bundesverband-kinderhospiz.de/spenden.

Unter folgender Kontonummer könnt ihr gerne mitspenden:
RA und Notar a. D.
Franz O. Schneider,
Verwendungszweck: Kompetenz-Hilfsfonds Anderkonto:
Frankfurter Volksbank eG
IBAN: DE86501900000001730711

Das dort eingegangene Geld wird Ende Oktober/Anfang November 2020 persönlich an den Bundesverband Kinderhospiz übergeben!

Liebe KollegInnen, es gibt zwei Wege (gerne auch in Kombination) wie ihr euch an dieser Aktion beteiligen könnt:

  • Ein Beitrag in Form von Fotos, Videos, Performance oder andere kreative Ideen. Wir freuen uns über euren kreativen Beitrag zu dieser Aktion.
  • Folgt unserem Spendenaufruf für den Kompentenz-Hilfsfonds.

#kompetenzhilfsfonds #hygienezwerg #hygienevollkaskofuereinsfuenfzig #faireversorgung #therapeutenamlimit

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11 Antworten auf „Aktion: Kompetenz-Hilfsfonds für das Bundesgesundheitsministerium“

  1. 1/4 Stunde nach jedem Patienten desinfizieren, lüften, putzen…keinProblem, mache ich gerne – aus Verantwortungsbewusstsein. Die Hälfte der ursprünglichen Patienten kommt zur Therapie. Und bei der nächsten Welle schließe ich meine Praxis für immer, weil ich finanziell nicht mehr weiter machen kann. Schade ! Ich könnte noch 7 Jahre arbeiten, in einer Kreisstadt, in der es viel zu wenige Logopäden gibt. Aber dann kann „mein Mann sich keine Logopädin mehr leisten“- denn ER finanziert meine Praxis jetzt ! Dabei hatte ich viel Freude und Erfolg in meiner Solo-Praxis….

    22+
  2. Die erheblichen Kosten für die vorgeschriebenen gestiegenen- aber nicht klar definierten – Hygienemaßnahmen sind sehr hoch und werden durch die winzige Pauschale in keiner Weise angemessen mitgetragen. Die Kosten werden zum allergrößten Teil von den Praxen übernommen, um überhaupt Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Wir fühlen uns damit von den Kassen und Verantwortlichen im Stich gelassen.

    16+
  3. Sehr gut gemacht! Pseudoentlastungen und verlogene Hilfeaktion des BMG und der Kostenträger gekonnt entlarvt. Man müsste Mal berechnen, wieviel die Kassen durch die Pandemie einsparen, weil weniger Therapien stattfinden.

    13+
  4. Eine tolle Idee, auf diesen Missstand hinzuweisen.
    Mein Praxisteam arbeitet vorwiegend neurologisch und geriatrisch. Daher sind wir pro Mitarbeiter mit etwa 25 – 40 Hausbesuchen pro Woche unterwegs. Damit wir die Seniorenheime überhaupt betreten dürfen, benötigen wir FFP2 Masken und Schutzkittel zusätzlich zu Unmengen von Handschuhen und Desinfektionsmittel. Pro Hausbesuch entstehen so Kosten von ca. 16€. Da kann ich als Praxisinhaberin über die Hygienepauschale wirklich nur lächeln. Das mit der Spende an das Hospiz finde ich klasse- ich bin dabei?
    Gibt es Plakate von den Ideen zum downloaden und ausdrucken?

    6+
  5. Eine wirklich tolle Aktion, und, wie schon oben gesagt – wenn es nicht so traurig wäre, soo witzig umgesetzt – eine Steilvorlage für’s politische Kabarett. Den Initiatoren ein dickes Lob. Auch wir in unserer Praxis konnten es nicht glauben, dass es dem BMG sowie den GKV nicht selbst peinlich ist, eine solche Pauschale festzulegen (aber was soll man erwarten, wenn von den meisten Kassen noch nicht einmal der z.T. erhebliche Zeitaufwand für Berichte vergütet wird) . Die Bilder als Poster für die Praxen wären auch nicht schlecht…

    5+
  6. Ihr habt die Fakten über den zeitlichen und finanziellen Mehraufwand anschaulich auf den Punkt gebracht! Vielen Dank für Eure Aktion.

    2+
  7. Wir sind auch dabei und schämen uns fremd für die teilweise trägen und nicht nachvollziehbaren Beschlüsse von oben. In Sozialberufen zu arbeiten hat nichts mit Selbstaufopferung oder Selbstaufgabe zu tun. Wir arbeiten gerne mit und für Menschen, die Hilfe bei der Gesundung brauchen. Für die entsprechende Entlohnung und ohne Eingriffe von außen in unsere Geldbörsen unter fadenscheinigen Absetzungsmafiositäten. Es kann nicht sein, dass wir noch Geld mitbringen müssen um in diesen Bereichen arbeiten zu können. Die Schutzmaßnahmen gehen mittlerweile in die Tausende Euros und diese Pauschale ist ein Schlag ins Gesicht! A-Sozial

    5+
  8. Endlich!
    Schon seit Beginn und Bekanntwerden ärgere ich mich über lächerliche eineurofünfzig für einen Regelfall. Selbst eine gute Kugel Eis ist bereits bei diesem Betrag. Wir werden immer wieder klein gehalten und unsere Verbände sind teils in den Verhandlungen zu „schlacks“. Nun arbeite ich 20 Jahre als Ergotherapeutin, doch unsere Heilmittelleistungen werden immer weniger wert. Wo bleibt die allgemeine Wertstellung für unseren Einsatz und Aufwand? Wir kümmern uns um Gesundheit!

    3+

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