Vielen Dank Dr. Achim Kessler

Dr. Achim Kessler, Frankfurter Bundestagsabgeordneter und Obmann im Bundesgesundheitsausschuss für die Fraktion DIE LINKE, war der erste Politiker, der Heiko in seiner Praxis besuchte und sich persönlich über die Probleme informierte. Aber dabei beließ er es nicht. Er hielt den Kontakt und begleitete Heiko dann auf der letzten Etappe von Potsdam bis zum Bundesministerium für Gesundheit.

Nachdem klar wurde, dass Minister Spahn keine Anstalten machte, die weit über tausend Briefe der Therapeutinnen und Therapeuten in Empfang zu nehmen, hielt er spontan eine Rede vor den Protestierenden. Seiner Initiative war es zu verdanken, dass die Briefe dann dem Gesundheitsausschuss selbst überreicht werden konnten und dass somit demokratische Prozesse nicht an der Beliebigkeit Einzelner scheitern mussten.

Achim Kessler hatte entscheidenden Anteil daran, dass wir in der Politik Gehör für unser Anliegen fanden. Leider bekam Achim jetzt keinen Platz auf der Landesliste seiner Partei. Er wird deshalb in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr im Bundestag tätig sein.

Zum Abschluß der Legislaturperiode sprachen wir jetzt noch einmal mit Achim Kessler über seine damaligen Eindrücke.

Lieber Achim, Du hast 2018 umgehend auf Heiko´s Brandbrief reagiert und ihn in seiner Praxis besucht. Was waren Deine Eindrücke damals?

Die Vergütungen in der Physiotherapie waren damals so niedrig, dass niemand davon leben konnte geschweige denn, sich eine Alterssicherung aufzubauen. Die geringe Bezahlung, das hohe Schulgeld und die schlechten Arbeitsbedingungen führten dazu, dass immer weniger Menschen diesen wichtigen Beruf lernen wollten. Viele Praxen mussten, wie die von Heiko, schließen. Es war klar, dass die Versorgung zusammenbrechen würde, wenn nicht ganz schnell etwas passiert.

Vor dem Ministerium hattest Du eine emotionale Rede gehalten, hatte Dich die ablehnende Haltung des Ministers überrascht?

Ich finde es ausgesprochen kaltschnäuzig, dass der Minister die Protestbriefe nicht wenigstens entgegengenommen hat. Es waren über Tausend Menschen vor dem Ministerium von denen die Hälfte sich an der Fahrrad-Protesttour beteiligt hatten, zu der Heiko in Frankfurt aufgebrochen war.

Wie kam es zu der Idee die Briefe an den Bundesgesundheitsausschuss zu überreichen?

Das war eine spontane Idee. Und ich war tatsächlich selbst ein bißchen überrascht, dass die Übergabe an den Ausschuss so kurzfristig möglich war

Wurden die Briefe und die teils bedrückenden Inhalte dann auch von den anderen Ausschussmitgliedern wahrgenommen?

Alle Ausschussmitglieder haben den Protest wahrgenommen, aber natürlich je nach Parteizugehörigkeit unterschiedlich bewertet.

Welchen Stellenwert räumst Du der Initiative „Therapeuten am Limit“ für die bisherigen Veränderungen ein, lohnt sich privat organisierter Protest?

Die „Therapeuten am Limit“ haben Protest organisiert, der in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit erreicht hat. DIE LINKE hat die Forderungen dann in Form eines Antrags in den Bundestag eingebracht. Den haben die Regierungsfraktionen zwar abgelehnt, aber die Bundesregierungen hat einen großen Teil der Forderungen später umgesetzt. Öffentlicher Protest ist die Grundlage dafür, dass wir auch aus der Opposition im Parlament etwas erreichen können.

Wie geht es für Dich jetzt politisch (und/oder persönlich) weiter?

Ich bin dankbar, dass ich vier Jahre lang im Bundestag Gesundheitspolitik machen konnte. Ich suche nun eine neue Herausforderung, bei der ich meine Erfahrung und mein Engagement einbringen kann.


Lieber Achim Kessler, für dein Engagement, dein Mitgefühl für die TherapeutInnen in Deutschland, dein offenes Ohr und vor allem für dein stetiges am Ball bleiben, danke ich dir von Herzen und hoffe, dass wir dich im deutschen Bundestag irgendwann wiedersehen. Dein Heiko Schneider-Dassow

Euer Therapeuten am Limit Team